„Bayerische Bildungspolitik – ein Fiasko oder die Glückseligkeit????“

Veröffentlicht am 28.02.2014 in Arbeitsgemeinschaften

Marion C. Winter

Diverse Studien besagen das es in Bayern mehr Absteiger als Aufsteiger gibt und unser Schulsystem nach oben nur wenig durchlässig ist. Dennoch wird behauptet das es in keinem anderen Bundesland eine größere Chancengerechtigkeit gibt. Wie kann man von Chancengleichheit sprechen, wenn ein Schüler aus einer sogenannten „oberen Dienstklasse“ eine 6mal größere Chance haben auf ein Gymnasium zu gehen, trotz gleicher Leistungen.

Wenn man bedenkt, dass das KMK wichtige Zahlen für solche Studien nicht herausgibt, mit der Begründung „Ländervergleiche sind Sache des KMK und nicht von unabhängigen Instituten“ dann sollte man sich Fragen was hier dahintersteckt.

Von Glückseligkeit kann hier nicht die Rede sein und manche Dinge sind wirklich ein Fiasko z. B. das Probeabitur. Vor allem die Mathematikaufgaben ohne Hilfsmittel zu lösen war sehr ungewohnt für die Schüler. Dabei hatte wir nach einem Hinweis der Jungen Presse Bayern eine Anfrage beim Kumi gemacht, ob und wenn ja warum beim nächsten Abitur zumindest zum Teil keine Taschenrechner verwendet werden dürfe. Die Antwort war: Sie sind falsch informiert, es gibt kein Hilfsmittelverbot und es wird auch keines geben.
Das gleich ist mit der Nachfrage passiert, ob es Probleme wegen fehlender Noten gibt, was das Kumi ebenfalls verneint hat mit der Begründung es wäre eine Umfrage bei den Schulen gemacht worden. Mit ist bis heute keine Schule bekannt, die diese Umfrage bekommen hat.

300 Referendare haben im Januar u.a. in München gegen die Bayerische Bildungspolitik demonstriert. Von 800 Referendaren werden nur 170 eine Stelle bekommen. Aber nicht nur die fehlenden Anstellungen sind ein Problem, denn sie müssen fast 1/3 mehr eigenverantwortlichen Unterricht machen als in der Ausbildungsverordnung festgelegt, wodurch Stellen eingespart werden.

Auch das ganze Hin- und Her um die Lehrerstellen verunsichert die Menschen. Erste werden Lehrerstellen abgebaut, dann bleiben die rechnerisch frei werdenden Stellen bis 2018 im Bildungssystem. Die Frage ist, ob dies auch nach dem 16. März so bleibt.

Wir haben neue Aufgaben die auf die Schulen zukommen, Ganztagsschule, Inklusion und wir brauchen einen anderen Umgang mit Migration. Wir können dabei nicht darauf warten dass durch den Demografischen Wandel Stellen frei werden, die dann besetzt bleiben, wir brauchen jetzt mehr Lehrer um den Anforderungen gerecht zu werden.

Die Frage die wir uns Stellen müssen: Ist es nicht Zeit Schule neu zu denken, wäre es nicht Zeit zumindest einmal offen darüber zu diskutieren? Alles entwickelt sich rasend schnell, Kommunikation, Arbeitswelt etc. nur Schulen können hier nicht mithalten weil sie in ein starres System gepresst werden. Diskussion ist in Bayern nicht gewünscht, es gibt nur das angeblich dreigliedrige Schulsystem was das Beste ist, da braucht man nicht über den Tellerrand zu schauen.

Jörg Dräger Vorstandsmitglied der Stiftung für Bildungsfragen sagte:“ Die Bereitschaft beim KMK Chancengerechtigkeit transparent zu diskutieren tendiert gegen minus 100.“ In Bayern würde ich das mal auf minus 200 einstufen.

Es geht hier aber um unsere Kinder und nicht um Strukturen und darum Entscheidungen zu rechtfertigen. Es wird Zeit das die Interessen der Politiker nach guten Wahlergebnissen in der Hintergrund tritt und die Interessen und die Zukunft unserer Kinder in den Vordergrund.

 

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